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Monatsfokus März – Selbst:Vertrauen

„You can’t always control what goes on outside. But you can always control what goes on inside.”


Auch der größte Optimist wird zugeben müssen: das Jahr 2020 hat nicht gerade toll begonnen. Egal ob klimatische, gesundheitliche oder humanitäre Katastrophe – aktuell vergeht kein Tag ohne schlechte Nachrichten. Auch wenn wir nicht direkt unter den Geschehnissen leiden, fühlen wir uns von ihnen betroffen. Und es entstehen diffuse oder konkrete Ängste, die auf unser Handeln Auswirkungen haben.

Auf den gefühlten Kontrollverlust reagieren viele Menschen mit Rückzug. In die eigenen vier Wände, in die eigene Familie, in die eigene Weltanschauung. Gemeinsame Feste, herzliche Umarmungen, Austausch und Wärme stehen momentan nicht gerade hoch im Kurs, oder?

Dieses Verhalten macht die Situation aber nicht besser. Wenn wir uns alleine fühlen, sinkt unser Wohlbefinden und wir neigen dazu, uns noch mehr Sorgen zu machen.

Regeln für ein gutes Leben

Was das alles mit Yoga und unserem Monats-Fokus im März zu tun hat?

Auch wenn Yoga nicht direkt und unmittelbar dazu beitragen kann, die Probleme dieser Welt zu lösen, so hilft es doch uns selbst dabei, mit belastenden Situationen besser umzugehen. Anspannungen und Ängste lösen sich beim Üben scheinbar nebenher auf oder werden weniger. Sich selbst zu spüren und mit dem eigenen Körper zu arbeiten stärkt uns nicht nur physisch, sondern wirkt sich erwiesenermaßen positiv auf unseren Geist aus.

Darüber hinaus finden sich in der Yoga-Philosophie wertvolle Hinweise, wie der Mensch mit negativen Situationen umgehen kann, ohne dabei sein inneres Gleichgewicht zu verlieren.

Positiv durch Yoga

Besonders im viel zitierten Yoga-Sutra von Patanjali (hierbei handelt es sich um die bedeutendste Philosophie-Schrift des Yoga, Ähnlichkeiten mit dem anderen bekannten Sutra sind zufällig 😉 ) findet man eine ganze Reihe von „Tipps“, wie man mit Herausforderungen umgehen kann.

Die Yamas und Niyamas, die man vereinfacht auch als zehn Gebote des Yoga bezeichnen kann, geben Hinweise, wie ein Yogi/eine Yogini sich selbst und seine/ihre Umwelt behandeln soll. In Bezug auf den Umgang mit Sorgen ist hier vor allem das Niyama „Santosha“ wichtig. Es bedeutet soviel wie Zufriedenheit in dem Sinne, dass man sich selbst und die äußeren Umständen, die einen umgeben, akzeptiert. Santosha bedeutet nicht, in einem abgehobenen Zustand der Weltvergessenheit nur um sich selbst zu kreisen, sondern vielmehr, die innere Zufriedenheit nicht von äußeren Umständen abhängig zu machen. Santosha heißt, frei zu sein von Erwartungen und die Dinge so zu nehmen, wie sie sind.

 

Why worry?

Mich persönlich hat neben diesem Grundsatz vor allem ein Gedankenexperiment geprägt, das ich während meiner Yoga-Ausbildung in Indien kennenlernen durfte. Körperlich und geistig ziemlich ausgebrannt (und ein bisschen ängstlich) nahm ich wenige Tage vor der Abschlussprüfung an einer Philosophie-Klasse teil, in der uns der Leiter der Yoga-Schule, Sudhir, die einfache Lehre von Guru Gopal Prabhu näherbrachte. Die, zugegebenermaßen, nicht dazu gemacht ist, die großen Missstände in unserer Welt zu lösen, jedem einzelnen aber dabei hilft, Ereignisse in die richtige Perspektive zu setzen. Und sie lautet wie folgt:

 

„If you have a problem in life and worry, you have to ask yourself one question: Are you able to solve this problem in any way? If the answer is yes, go ahead and do everything to solve it. Then you don`t have to worry about it. If the answer is no, you can`t do anything about it. Then, why worry, too?“

Der Dalai Lama führte diesen Gedanken ähnlich aus:

 

„If a problem is fixable, if a situation is such that you can do something about it, then there is no need to wory. If it`s not fixable, then there is no help worrying. There is no benefit in worrying whatsover.”

Die Unterscheidung von Umständen, die man ändern kann und Ereignissen, die man nicht beeinflussen kann, klingt banal, kann aber in Momenten der Überforderung helfen, den eigenen Fokus wiederzufinden. Ein konkretes Beispiel: Die Ausbreitung des Corona-Virus werde ich nicht aufhalten können, aber ich kann mit regelmäßigem Händewaschen dafür sorgen, dass ich gesund bleibe und ausgeglichen dazu beitrage, dass die Menschen in meiner Umgebung sich aufgefangen fühlen und keine Ängste entwickeln.

Unser Yoga-Fokus

Dieses Vertrauen in uns selbst, auch mit negativen oder herausfordernden Einflüssen von außen gut umgehen zu können, ist Yoga. Um diesen Glauben an deine eigenen Fähigkeiten zu stärken, werden wir in diesem Monat Haltungen üben, die es dir einerseits ermöglichen, dich ganz auf dich selbst zu konzentrieren und andererseits dazu geeignet sind, deine Komfortzone zu verlassen und über dich selbst hinaus zu wachsen.

Damit wir auch den nächsten Monaten und alle (hoffentlich positiven) Ereignisse, die da kommen mögen, gelassen entgegenblicken können.

 

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