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Monatsfokus Oktober: Falling into Silence

Der Herbst ist da. In den Gärten und auf den Bergen leuchten die Blätter in den unterschiedlichsten Farben. Die Strahlen der tiefstehenden Sonne werden schwächer, und am Morgen begrüßt uns die Dunkelheit mit dem Geruch nach Erde, Holz und Moos.

Wenn die Natur sich verändert, geschieht das völlig lautlos. Ohne, dass wir es bemerken, geht eine Jahreszeit langsam in die nächste über. Tausend Kleinigkeiten führen dazu, dass alles anders wird.

Auch Yoga ist eine leise Praxis, die verändert. Beim Üben der Asanas kommunizieren wir nicht miteinander, sondern mit uns selbst. Zwar ist Achtsamkeit mittlerweile ein vielbemühtes Modewort  – im Yoga ist sie aber der Ausgangspunkt für alles, was wir tun. Nur wer den kleinsten, scheinbar selbstverständlichen Dingen wie der Atmung und Bewegung Aufmerksamkeit schenkt, kommt irgendwann in einen „Flow“ und fließt wie Wasser von einer Haltung zur nächsten.

Oft ist es so, dass wir besonders den herausfordernden Posen die meiste Beachtung schenken – die kleinen, scheinbar unbedeutenden Bewegungen lassen wir gerne links liegen. Dann kann es uns passieren, dass wir Yoga ein bisschen so absolvieren wie den Weg zur Arbeit: Wir möchten gerne möglichst schnell ans Ziel kommen und vergessen dabei, unterwegs innenzuhalten, unsere Umgebung zu beobachten und uns auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Übergänge sind für das Ego einfach bei weitem nicht so lohnend wie das tolle Gefühl einer vollständigen Pose.

Wenn wir aber auf Übergänge achten, können wir uns wieder auf die Reise konzentrieren und nicht nur auf das Ziel. Unachtsames Hindurcheilen erweckt höchstens das Gefühl, dass wir – einmal im Krieger III, im Traumurlaub oder auf der nächsten Karrierestufe angekommen – aufmerksam und präsent werden. Aber das ist ein Irrtum, denn Präsenz braucht Übung. Und tatsächlich ist jeder Moment im Leben gleich wichtig, unabhängig davon, was das Ego uns zu diktieren versucht.

Deshalb werden die flüssigen, quasi lautlosen Übergänge zwischen den Asanas im Zentrum unserer Praxis im Oktober stehen. Denn was bei anderen einfach aussieht, ist oft eine Herausforderung. Der Schritt vom herabschauenden Hund in den Ausfallschritt etwa ist eine der schwierigsten Transitions, die quasi in jeder Yogaklasse geübt wird. Eine Step-by-Step-Beschreibung, wie du flüssig nach vorne kommst, findest du hier.

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